Research und Insights: Wissen statt raten
Die meisten Produkte scheitern nicht, weil sie schlecht gebaut wurden. Sie scheitern, weil sie für ein Problem gebaut wurden, das niemand wirklich hat.
Bei Research und Insights geht es darum herauszufinden, wer für dein Produkt wirklich zählt, in welchem Kontext – und was diese Menschen wirklich brauchen. Bevor sich das Team in die erste Lösung verliebt. Und „wer wirklich zählt“ ist selten nur der Nutzer – sondern auch die Menschen, die dein Produkt kaufen, bewerten, betreiben oder freigeben. Wir helfen dir, sie zu verstehen. Hands-on, pragmatisch und in Tagen statt Wochen.
Typische Probleme, die wir sehen
- Annahmen werden wie Fakten behandelt. „Unsere Kunden wollen …“ wird mit großer Überzeugung gesagt – aber niemand kann erklären, woher dieses Wissen kommt.
- Research bestätigt, was alle schon wussten. Interviews werden mit einer Lösung im Kopf geführt, die Fragen sind suggestiv, und heraus kommt genau das, was sich das Team erhofft hat.
- Gefragt wird nur der Nutzer. Das Team optimiert das Erlebnis für den Endnutzer, während der Käufer, die IT-Abteilung oder der Einkauf aus ganz anderen Gründen gegen das Produkt entscheiden.
- Research wird ausgelagert – und geht verloren. Eine Agentur liefert einen dicken Report, der einmal präsentiert wird und dann in einem Ordner verschwindet. Das Team selbst hat nie mit einem einzigen Kunden gesprochen.
- Research dauert zu lange. Bis die Ergebnisse da sind, ist die Entscheidung längst gefallen.
Warum Research wichtiger ist denn je
Mit KI ist Bauen schneller und billiger geworden als je zuvor. Der teure Fehler ist nicht mehr, etwas falsch zu bauen – sondern sehr schnell sehr viel Falsches zu bauen. Gleichzeitig verführt KI Teams dazu, den unbequemen Teil zu überspringen: Warum mit Kunden sprechen, wenn ein Sprachmodell in Sekunden plausible Antworten liefert? Weil plausibel nicht dasselbe ist wie wahr. Ein Modell weiß selten etwas über die Workarounds deiner Zielgruppen, über interne Politik oder über ihren Frust mit deinem Produkt am vergangenen Dienstag. KI macht Antworten billig. Die richtigen Antworten zu bekommen, macht sie kein bisschen leichter. Genau dafür gibt es Research.
Natürlich nutzen wir KI auch selbst im Research – überall dort, wo sie Zeit spart: für Desk Research, für erste Entwürfe von Interviewleitfäden, zum Transkribieren, für erste Clustering-Vorschläge über Dutzende Transkripte hinweg und um Support-Tickets oder Bewertungen in großer Menge auszuwerten. Synthetische Nutzer helfen, Hypothesen vor dem ersten echten Gespräch zu schärfen. Aber eine synthetische Antwort ist eine Hypothese, kein Beleg. KI ersetzt nicht das Gespräch mit echten Menschen – und die Interpretation bleibt beim Team.
So unterstützen wir dich
Wir helfen Produktteams, belastbare Erkenntnisse über die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen zu gewinnen – mit genau so viel Aufwand, wie für die nächste Entscheidung nötig ist. Kein starres Framework, sondern genau die Werkzeuge, die zu deiner Situation passen:
- Alle relevanten Zielgruppen: Wer ist an Nutzung, Kauf, Bewertung, Betrieb und Freigabe deines Produkts beteiligt? Und welche davon sind für dein Ziel entscheidend?
- Forschungsfrage und Hypothesen: Wir starten mit der Frage, die gerade wirklich zählt – „Warum können wir nicht weitermachen, ohne sie zu beantworten?“ – und bilden Hypothesen, die wir bewusst zu bestätigen UND zu widerlegen versuchen.
- Qualitative Interviews und Beobachtungen: Vergangenes Verhalten und konkrete Geschichten statt hypothetischer Fragen, idealerweise kombiniert mit Beobachtungen im realen Kontext. Mit der Sticky-Customer-Journey führen und dokumentieren wir Interviews in einem Schritt.
- Synthese: Mit Clustering und der Kontrastmethode machen wir aus vielen einzelnen Gesprächen wenige klare Muster – Bedürfnisse, Pain Points und Jobs-to-be-Done („Wenn …, will ich …, damit …“).
- Umfragen und vorhandene Daten: Qualitativer Research zeigt das Warum, quantitativer Research zeigt das Wie viele. Umfragen prüfen, wie verbreitet Bedürfnisse wirklich sind; Nutzungsdaten und Support-Tickets enthalten oft Wissen, das längst vorhanden ist.
- Opportunitäten: Wir übersetzen Erkenntnisse in priorisierte Opportunitäten, die zu deinem Mandat passen – als Brücke zur Ideation.
- Dein Team spricht selbst mit seinen Zielgruppen: Selbst erlebte Erkenntnisse sind mehr wert als jeder Report.
So arbeiten wir mit dir
- Research eingebettet in dein Team: Wir planen den Research gemeinsam, kümmern uns um die Rekrutierung, führen die ersten Interviews Seite an Seite mit deinem Team und schließen mit einem Synthese-Workshop ab – erste echte Erkenntnisse von deinen Zielgruppen in Tagen statt Wochen.
- Insight-Workshops mit Team und Stakeholdern: Ein fokussierter Workshop, um aus vorhandenen Interviews, Daten und Meinungen gemeinsame Muster und priorisierte Opportunitäten zu machen.
- Coaching für Product Manager, Designer und Researcher: Wir begleiten dein Team, während es seinen eigenen Research durchführt – vom Interviewleitfaden bis zur Synthese – und geben Feedback, wo es darauf ankommt.
- Interim Product Leadership: Wir übernehmen als Product Manager, Head of Product oder CPO, bis die richtige Person an Bord ist – und sorgen in der Zwischenzeit dafür, dass Entscheidungen auf Erkenntnissen statt auf Meinungen beruhen.
Auch als Inhouse-Training
Du möchtest, dass dein Team diese Fähigkeiten selbst aufbaut? Unser Deep Dive „Research und Insights“ – abgeleitet aus der Product Discovery Masterclass – wird auf dein Team zugeschnitten und arbeitet mit euren realen Herausforderungen. Mögliche Inhalte: Forschungsfragen und Hypothesen, Zielgruppen jenseits des Nutzers identifizieren, qualitative Interviews mit Interviewleitfaden und Fragetechnik, die Sticky-Customer-Journey, Synthese von Research-Ergebnissen, quantitative Umfragen, Jobs-to-be-Done, Opportunitäten und der Einsatz von KI im Research – und seine Grenzen. Vor Ort bei euch im Unternehmen – z. B. in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln, Wien oder Zürich – oder remote, auf Deutsch oder Englisch.
Häufige Fragen
Was ist User Research?
User Research ist die systematische Untersuchung der Bedürfnisse, des Verhaltens und des Kontexts der Menschen, für die ein Produkt gedacht ist – mit Methoden wie Interviews, Beobachtungen, Umfragen und Datenanalysen. Der Begriff ist allerdings etwas irreführend: Guter User Research betrachtet nicht nur Nutzer, sondern alle relevanten Zielgruppen – Kunden, Käufer, Influencer, Admins, Partner und interne Stakeholder. Das Ziel ist kein Report, sondern bessere Produktentscheidungen.
Kann KI nicht einfach unsere Kunden simulieren?
Teilweise – und das ist nützlich. Synthetische Nutzer und Digital Twins helfen, Hypothesen zu schärfen, Interviewleitfäden zu testen und Gespräche vorzubereiten. Aber sie wissen nur, was bereits in ihren Daten steckt. Den realen Kontext deiner Zielgruppen, ihre Workarounds oder das, was sie letzte Woche an deinem Produkt geärgert hat, kennen sie selten. Synthetische Antworten sind Hypothesen, keine Belege. Im Zweifel gilt: Nutze KI, um Research schneller vorzubereiten und zu synthetisieren – und sprich trotzdem mit echten Menschen.
Wie viele qualitative Interviews brauchen wir?
Weniger, als die meisten denken. Bei einer fokussierten Forschungsfrage reichen in der Regel 8 bis 10 qualitative Interviews pro relevanter Zielgruppe, um die zentralen Muster zu erkennen. Viel wichtiger als die Anzahl: die richtigen Interviewpartner und Fragen nach realem, vergangenem Verhalten statt nach hypothetischen Meinungen.
Wir haben keine Zeit für Research. Was nun?
Dann ist Research vermutlich wichtiger denn je – denn ihn zu überspringen, heißt meistens raten. Aber Research muss nicht Wochen dauern. Eine klare Forschungsfrage, eine Handvoll Interviews innerhalb weniger Tage und eine KI-gestützte Synthese reichen oft für die nächste Entscheidung. Und wenn es bereits belastbare Evidenz gibt, kann Research auch entfallen – bewusst, nicht automatisch.
Die anderen Bereiche der Product Discovery
Research und Insights ist einer von vier Bereichen, die jede Product Discovery abdecken muss. Sie hängen eng zusammen – Erkenntnisse aus einem Bereich verändern regelmäßig die anderen:
- Produktstrategie und Mandat – Warum machen wir das – und was genau soll erreicht werden?
- Ideation und Bewertung – Was ist die beste Lösung – nicht nur die erstbeste?
- Experimente und Validierung – Schafft die Lösung tatsächlich Wert?
Alle vier Bereiche im Überblick: Was wir machen · Alle vier Bereiche in einem Training: Product Discovery Masterclass
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